Warum ich am 24. November Nein zur Rifertstrasse stimme

Als Gemeinderat von Adliswil ist es mir ein grosses Anliegen das Wohl unserer Gemeinde langfristig zu sichern. Am 24. November steht die Abstimmung über den Gestaltungsplan Rifertstrasse an. Nach eingehender Prüfung bin ich zur Überzeugung gelangt, dass dieses Projekt in seiner aktuellen Form nicht das Beste für Adliswil ist. Daher werde ich ein Nein in die Urne legen.

Mehr Wohnraum ja – aber nicht um jeden Preis

Es ist unbestritten, dass Adliswil mehr Wohnraum braucht. Verdichtung ist eine notwendige Strategie, um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden und gleichzeitig nachhaltig zu bauen. Das Projekt Rifertstrasse plant neue Wohnungen für etwa 500 Menschen und setzt dabei auf energieeffizientes Bauen nach SNBS-Normen. Aber ein Projekt von dieser Grösse und Bedeutung sollte nicht nur Zahlen und Normen erfüllen – es sollte einen echten Mehrwert für unsere Gemeinde bringen.

Ein entscheidender Mehrwert fehlt dem Projekt Rifertstrasse: Die Förderung des sozialen Miteinanders. Im Gegensatz zu anderen Vorhaben in Adliswil, wie etwa der Überbauung Sihlmatte welche, ich im Gemeinderat mit Freude unterstützt habe, fehlen Gemeinschaftsräume, Ateliers oder andere Orte, die das Zusammenleben fördern. Wohnraum bedeutet mehr als nur Wände und ein Dach über dem Kopf – es geht darum, ein lebendiges Umfeld zu schaffen, das Austausch und Begegnung ermöglicht. Diese Chance wurde an der Rifertstrasse vertan.

Verkehrsproblematik ungelöst

Eine weitere grosse Herausforderung, die dieses Projekt vernachlässigt, ist die Verkehrssituation. Für die erwarteten 700 Fahrten pro Tag gibt es kein schülssiges Konzept. Adliswil hat bereits heute mit Verkehrsproblemen zu kämpfen, und das Hinzufügen von knapp 500 neuen Bewohnern an der Rifertstrasse ohne eine vorausschauende Mobilitätsplanung wird die Situation weiter verschärfen. Der Stadtrat hat es versäumt, ein umfassendes Mobilitätskonzept vorzulegen, obwohl selbst die Planungsgruppe Zimmerberg dies empfohlen hat. Stattdessen wurde auf eine Erhöhung der Parkplätze gesetzt – ein Ansatz, der weder nachhaltig noch zukunftsorientiert ist.

Eigentumswohnungen statt bezahlbarem Wohnraum

Besonders problematisch ist auch die Entscheidung des Stadtrats, dass 30 % der neuen Wohnungen im Stockwerkeigentum vergeben werden sollen. Das widerspricht meinem Anliegen, preisgünstigen Wohnraum für alle zu schaffen. Die Wohnungen werden damit für viele Adliswiler Familien unerschwinglich, und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum bleibt bestehen. Statt auf Eigentum für wenige zu setzen, sollten wir uns darauf konzentrieren, leistbaren Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht zu schaffen.

Adliswil verdient ein besseres Projekt

Das Projekt Rifertstrasse wird unser Stadtbild für Jahrzehnte prägen. Es ist daher wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, die beste Lösung zu finden – nicht die schnellste. Wir brauchen ein Projekt, das nicht nur nachhaltigen Wohnraum schafft, sondern auch den sozialen Zusammenhalt fördert, die Verkehrsproblematik ernst nimmt und für alle erschwinglich ist. Adliswil verdient mehr als das, was aktuell auf dem Tisch liegt.

Deshalb stimme ich am 24. November zweimal Nein zur Rifertstrasse – für ein besseres Projekt, das Adliswil wirklich voranbringt.